Schüler gestalten ihre Schultoiletten selbst. Am Willibrord-Gymnasium haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Stadt Emmerich am Rhein zwei Sanitäranlagen neu gestaltet – und damit gezeigt, wie wirkungsvoll Beteiligung sein kann.
Neue Mädchen-Toilette am Gymnasium
Neue Jungen-Toilette am Gymnasium
Im Willibrord-Gymnasium Emmerich hat eine besondere Arbeitsgemeinschaft gezeigt, wie erfolgreich echte Mitbestimmung sein kann: Die sogenannte Toiletten-AG hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Stadt Emmerich am Rhein die Neugestaltung zweier Sanitäranlagen an der Schule umgesetzt. Ziel war es, nicht nur moderne und saubere Räumlichkeiten zu schaffen, sondern auch das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu stärken – und langfristig Vandalismus vorzubeugen.
Schüler planen mit – und übernehmen Verantwortung
Ausgangspunkt war der wiederkehrende Ärger über beschädigte und verschmutzte WC-Anlagen. Gemeinsam entwickelten Schule und Stadtverwaltung daraufhin die Idee, die Schülerschaft aktiv in die Planung und Umsetzung einzubeziehen. In der AG engagierten sich sieben Jugendliche, die ihre Mitschülerinnen und Mitschüler befragten und zahlreiche Anregungen sammelten – von der Gestaltung über Ausstattung bis zur Wanddekoration.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Edelstahl statt Keramik sorgt für Langlebigkeit und leichtere Reinigung, farbenfrohe Wandmalereien schaffen eine freundliche Atmosphäre, und auf Wunsch der Mädchen wurden größere Kabinen, ein Hygienespender sowie ein großer Spiegel eingebaut. Die Jungentoilette erhielt eine Gestaltung, die sich an Motiven des Street-Art-Künstlers Banksy orientiert.
Stadt setzt auf nachhaltige Wirkung
„Uns war wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur Ideen liefern, sondern echte Entscheidungen treffen konnten“, erklärt Schulleiter Dr. Frank Meetz. „Dadurch entsteht ein ganz anderes Verantwortungsgefühl für die eigenen Räume.“ Auch die Stadt sieht in diesem partizipativen Ansatz ein wichtiges Signal. „Wenn Schülerinnen und Schüler selbst mitgestalten dürfen, identifizieren sie sich stärker mit dem Ergebnis“, sagt Claudia Lindlahr, Fachbereichsleiterin Jugend, Schule und Sport. „Wir hoffen, dass dieser Weg dazu beiträgt, Beschädigungen künftig zu vermeiden.“
Rund 78.500 Euro investierte die Stadt Emmerich am Rhein in die Sanierung der beiden Toilettenanlagen. Beobachtet wird nun, wie sich das Nutzungsverhalten in den kommenden Monaten entwickelt. Sollte das Projekt weiterhin so positiv verlaufen, könnten in den nächsten Jahren auch weitere Toilettenbereiche des Gymnasiums nach diesem Vorbild umgestaltet werden.

