4. Dezember 2025 / Allgemeines

Kinder- und Jugendförderung

Fachtag unterstreicht die Bedeutung ganzheitlicher Netzwerke

Veröffentlicht am 4. Dezember 2025 um 02:49 Uhr

Der „Markt der Möglichkeiten“ des Kreises Kleve im Berufskolleg Geldern brachte die Angebote unterschiedlicher Partner zusammen
Kreis Kleve – „Welche Chancen bieten Netzwerke in der Kinder- und Jugendhilfe?“ Diese Frage stand über dem „Markt der Möglichkeiten“ im Berufskolleg Geldern des Kreises Kleve. Mitarbeiterinnen der Abteilung „Jugend und Familie“ des Kreises Kleve hatten die Angebote zusammengebracht. Rund 30 Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus dem gesamten Kreisgebiet präsentierten ihr Repertoire. „Es ist beeindruckend, welche Programme und Initiativen die Träger im Kreis Kleve anbieten. Und zwar für werdende Eltern, Säuglinge, Kleinkinder, Teenager und junge Erwachsene“, sagte André Amourette, Leiter der Abteilung „Jugend und Familie“. „Vor allem wird aber deutlich, wie wertvoll es ist, wenn die einzelnen Partner ihre Stärken gemeinsam einbringen und ein Netzwerk bilden.“
Dies unterstrich auch Dr. med. Stephanie Boßerhoff, Chefärztin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) Niederrhein. In ihrem Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung betonte sie die essenzielle Rolle von schneller, unbürokratischer Unterstützung bei Problemlagen. Sie skizzierte den 100 Gästen die vielfältigen Möglichkeiten, aber auch die notwendigen Herausforderungen, die ein erfolgreiches Heranwachsen in der heutigen Zeit mit sich bringt. Zentrale Botschaft ihres Vortrags: Aufwachsen sei keine Einzelleistung, sondern erfordert gemeinsames Handeln und ein starkes Netzwerk. „Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erfolgt in Stufen. Um die einzelnen Stufen gut zu bewältigen, benötigen sie eine sichere Bindungsperson und eine wohlwollende und Ressourcen orientierte Erziehung. Diese Voraussetzungen sind in belasteten Familiensystemen nicht immer gegeben. Ziel ist es, Eltern und Kinder so zu unterstützen, dass die Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung gefördert werden. Diese große Aufgabe kann keine Institution allein bewältigen ‒ es braucht ein gut funktionierendes Netzwerk aus Jugendhilfe, Bildungssystem und Gesundheitswesen.“ Wenn die Träger ihre Kräfte bündeln, könne sichergestellt werden, dass Kinder in allen individuellen Lebenslagen optimal begleitet und mögliche Probleme frühzeitig und effektiv bewältigt werden.
Die interaktive Atmosphäre auf dem „Markt der Möglichkeiten“ nutzten die Akteure direkt für die Netzwerkarbeit: Bestehende Partnerschaften wurden vertieft, neue Kooperationen initiiert und frische Ideen für zukünftige gemeinsame Projekte geboren. „Wir sind mit der Premiere sehr zufrieden“, sagt Amourette. „Wir haben viel positive Resonanz erhalten.“ Eine Teilnehmerin brachte den Mehrwert der Veranstaltung auf den Punkt: „Mir ist heute deutlich geworden, dass Netzwerke einen unheimlichen Mehrwert haben und in Zukunft immer wichtiger werden.“