2. Mai 2026 / Allgemeines

Weitgereister Besuch in Kalkar

Kle App NEWS

Veröffentlicht am 2. Mai 2026 um 09:22 Uhr

Am Dienstag besuchten fünf Nachfahrinnen der Kalkarer Familie Cohen die Heimatstadt ihrer Vorfahren. Die Schwestern Shulamit Rubin und Ilana Oren besichtigten gemeinsam mit ihren Töchtern unter anderem das ehemalige Wohnhaus der Familie, die Torarolle am Vyth-Spier-Platz, den Ort der ehemaligen Synagoge und den Jüdischen Friedhof. Zuvor konnte Stadtarchivar Mathis Ingenhaag einige persönliche Dokumente aus dem Leben der Familie Cohen präsentieren. Auch Bürgermeisterin Alexandra Schacky begrüßte die Gäste aus Israel und tauschte sich über die Familienerinnerungen aus.

Die Familie Cohen war seit den 1860er Jahren Teil der jüdischen Gemeinde Kalkars, Abraham Herz Cohen heiratete im Jahr 1888 Malchen Oppenheimer und betrieb eine Metzgerei in der Kesselstraße. Die meisten Mitglieder der Familie wurden Opfer des Holocaust, insgesamt elf Stolpersteine im Stadtgebiet erinnern an die Schicksale. 
Die Enkeltochter von Abraham Cohen und Malchen Oppenheimer, Hanna Paradies, kam 1922 in Kalkar zur Welt und flüchtete 1939 nach Israel. Ihre Töchter und Enkelkinder reisten nun erstmals nach Deutschland, um in den nächsten Tagen auch in Düsseldorf und Wuppertal nach Spuren der Vorfahren zu suchen. 

 

Auf dem Foto: Die Familien Rubin und Oren gemeinsam mit Bürgermeisterin Schacky und Stadtarchivar Ingenhaag vor dem Städtischen Museum.