1. Dezember 2020 / Allgemeines

Gutscheinsystem nicht mit der Brechstange einführen

Emmerich NEWS

Bürgermeister Peter Hinze zeigt sich verwundert über den Vorstoß der CDU zur Einführung eines Gutscheinsystems in der Stadt: „Die Werbegemeinschaften aus Emmerich und Elten und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) sind bereits vor einigen Wochen auf mich zugekommen, um über ein digitales Gutscheinmodell und einen möglichen städtischen Zuschuss zu sprechen. Ich habe meine volle Unterstützung für die Idee zugesagt. Wir sind seitdem regelmäßig im Gespräch. Sara Kreipe hat als WFG-Geschäftsführerin auch bereits konkrete Gespräche mit potentiellen Anbietern eines solchen Systems geführt.

Gutscheinsystem bedarf sorgfältiger Vorbereitung
Den Werbegemeinschaften schwebt dabei ein vollwertiges digitales Gutscheinsystem vor, das bei den Einzelhändlern, Dienstleistern und Gastronomen in der Stadt eingesetzt werden kann, und das zukünftig den bestehenden Papiergutschein ersetzen soll. So ein System kann man aber nicht mal einfach mit der Brechstange – noch schnell fürs Weihnachtsgeschäft – einführen. Das bedarf einiger vorbereitender Maßnahmen. So müssen auch die Folgekosten eines solchen Gutscheinsystems in die Betrachtung mit einbezogen werden. Auch die teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer müssen entsprechend informiert und mitgenommen werden. Mir ist dabei zum Beispiel wichtig, dass eben nicht nur Unternehmen zum Zuge kommen, die Mitglied in einer der Werbegemeinschaften sind“, äußerte sich Hinze.

Aktuell planen die Werbegemeinschaften und WFG die Einführung des neuen Gutscheinsystems für den Anfang des kommenden Jahres. „Dafür gibt es mehrere gute Gründe. So ein System und alle Akteure müssen gut vorbereitet sein. Gerade die kleinen Unternehmen sind jetzt eh schon durch das anstehende Weihnachtsgeschäft, die Beantragung oder Abrechnung von Fördermitteln am Rande ihrer Kapazitätsgrenze. Jetzt noch schnell mit einem digitalen Gutscheinsystem um die Ecke zu biegen, würde gerade die kleinen Gewerbetreibenden zusätzlich belasten. Und gerade für die Unternehmerinnen und Unternehmer wollen wir das ja machen.“

80.000 Euro an Zuschuss in Aussicht gestellt
Ganz besonders irritiert ist Bürgermeister Hinze auch über die geplante Höhe des städtischen Zuschusses: „Die CDU beantragt eine Viertelmillion Euro aus dem städtischen Haushalt. Die Kämmerin hat den Ratsmitgliedern erst in der letzten Woche gezeigt, unter welchem Druck der städtische Haushalt vor allem in den kommenden Jahren stehen wird. Natürlich müssen wir die lokale Wirtschaft stützen, aber auch das muss mit Augenmaß geschehen. In den Gesprächen mit den Werbegemeinschaften und der Wirtschaftsförderung habe ich einen Zuschuss von erstmal 80.000 Euro in Aussicht gestellt. Wenn die Gutscheine einen Rabatt von 20% hätten, könnte man so Gutscheine in einem Gesamtwert von 400.000 Euro für die Emmericher Unternehmen generieren.“

„Für mich ist dieser Antrag ein Musterbeispiel dafür, wie ich mir die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung künftig eben nicht vorstelle. Hier geht es nur darum, politisch Punkte zu sammeln. Ein Anruf bei mir, der WFG oder den Werbegemeinschafen hätte genügt und man hätte sich den Antrag sparen können“, so Bürgermeister Hinze abschließend.   

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